Adventsklänge in der Klimazone zwischen Tradition und Moderne

Hinter dem Namen „KLIEMA“ steckt Gitarrist und Produzent Hauke Kliem aus Hamburg, der neben seiner Tätigkeit als Komponist für Filmmusik und TV-Spots immer wieder mit künstlerisch freien Projekten von sich hören lässt. (Milla Kay, Stereoglück) 
2015 erschien „Dezemberlichter“. Ein besonderes Album, denn er geht an seine musikalischen Wurzeln zurück und überrascht mit einem Liedgut, das jedes Jahr in unseren Kirchen und Wohnzimmern erklingt.

„Schon als Jugendlicher kam ich im Posaunenchor mit den traditionellen Adventsliedern des Choralbuchs in Berührung. Bis heute beeindrucken mich die Tiefe und Schönheit dieser ursprünglichen Musik.“ Vater Ulrich Kliem, heute im Ruhestand, leitete über viele Jahre diesen Chor im nordfriesischen Langenhorn. Parallel zu seinem Beruf als Kranfahrer war er als Multi-Instrumentalist mit Knut Kiesewetter auf Tour, widmete sich auf der Trompete einem klassischen Repertoire und konzertiert auch heute noch regelmäßig als Solo-Trompeter. Seinen Sohn zog es in Richtung Jazz und Pop und er machte das Hobby zum Beruf. Zwischen Bach und Blues wurde im Hause Kliem viel zusammen musiziert und das auch zu Weihnachten. Nun knüpfen Vater und Sohn an vergangene Familienzeiten an, kommen für das Projekt „Dezemberlichter“ zusammen und lassen die Jahrhunderte alten Melodien auf ihre unterschiedlichen musikalischen Hintergründe treffen. Mit Hingabe und feinem Gespür für die traditionellen Motive und ihre überdauernde Kraft öffnen die erfahrenen Musiker einen stimmungsvollen Raum, der den Hörer innehalten lässt. Und ein bisschen glaubt man, die Weite und Rauheit der nordfriesischen Heimat zu hören …

In der Hamburger Bassistin und Komponistin Maria Rothfuchs fanden die Kliem-Männer eine Gleichgesinnte, die experimentierfreudig in verschiedenen Formationen zwischen Klassik und Jazz, wie z.B. der Klezmer-Band „Mischpoke“, spielt, und am Kontrabass die tieffrequenten Akzente setzt. In Trio-Besetzung interpretieren sie die vertrauten Weisen neu und verbinden sie einnehmend mit Elementen aus Folk, Pop und Jazz: „Es kommt ein Schiff geladen“, eine über 500 Jahre alte Melodie, eingeleitet von Elektro-Sounds, kombiniert mit einem wiegenden Bass-Groove und schwebenden Akkorden von der E-Gitarre; der Choral „Tochter Zion“, dessen Motiv zu einer folkig-fließenden Akustik-Gitarre erklingt oder das eng an Bachs Harmoniegebung gehaltene „Wie soll ich dich empfangen“, angeführt vom warmen Ton des Flügelhorns. Hier und da blitzt ein weihnachtliches Glockenspiel auf und in der entschleunigten Version des Klassikers „Leise rieselt der Schnee“ schickt uns die heiser gespielte Mundharmonika auf Fantasiereise durch eine gedämpfte Winterlandschaft. „Kliema“ kommt dem Advent und seiner erwartungsvollen Atmosphäre auf die Spur und verbreitet ganz ohne Kitsch „die ersehnte Weihnachtsstimmung“. (Spiegel Online)